
Die Bilder aus Japan veranlassen uns, unsere Energiepolitik nochmals grundsätzlich zu überdenken. Die Faktenlage widerlegt eine Vielzahl von Hypothesen und Argumenten in Zusammenhang mit der friedlichen Nutzung der Kernenergie. Die Frage der Makroperspektive der nachhaltigen Energieversorgung, der Rolle der erneuerbaren Energiequellen und damit auch der Energieeffizienz stellt sich neu.
Nach dem Willen der politischen Gestalter soll das Energiesystem der Zukunft intelligent, flexibel, risikoarm, unabhängig, effizient, emissionsarm und komfortabel sein. Aber konkret: Wie gestalten wir die zukünftigen Energiesysteme? Welches sind die grundsätzlichen Qualitätskriterien für die Zukunft einer nachhaltigen Energieversorgung? Wie bewerten wir Wirtschaftlichkeit und Risiko? Welche Rolle spielt die Energieeffizienz in diesem Kontext?
Es stellt sich zum einen die Frage, wie die Erneuerbaren als ein Baustein des Energiesystems aus der Makroperspektive zu beurteilen sind und zum anderen ist zu klären, wie jeder Einzelne, Bürger, Waldbesitzer, Wasserkraftbetreiber, Solarinstallateur, Energieversorger, Netzbetreiber, Gesetzgeber oder Forscher dazu beitragen kann, dass die globalen Ziele erreicht werden können. Dies wird in dem geplanten großen Stil nur gelingen, wenn die Zukunftsfragen der Energieversorgung rasch und doch wohlüberlegt angegangen werden. Angesichts der erforderlichen Milliardeninvestitionen und der damit verbundenen Umstrukturierungen sowie der technologischen Innovationen sind die heute anstehenden Entscheidungen als historisch zu bezeichnen.